Medizinische Vorbeugung und Schutz 

 

Impfpflicht gegen Krankheiten besteht für Indien nicht, aber es sollte auf alle Fälle für bestimmte Krankheiten ein Immunschutz vorhanden sein.

 

Einige Impfungen bezahlt die Krankenkasse, aber einige müssen aus eigener Tasche bezahlt werden (Medikament +  3 bis 7 Euro pro Spritze).

 

Es empfiehlt es eine Beratung bei einem Tropenarzt (ca. 40 bis 50 Euro), denn die Hausärzte sind in diesen speziellen Fällen überfragt und können mitunter zuviel, zuwenig oder ungünstige Medikamente empfehlen.

 

Die angegebenen Preise sind nur Richtwerte, die Vorsorgezeiten sind ein Maximum und hängt teilweise auch vom speziellen Medikament ab.

 

Folgende Impfungen werden auf alle Fälle von der Krankenkasse bezahlt, sind 10 Jahre wirksam und sollte eigentlich jeder haben:

-         Wund-Starrkrampf/Tetanus

-         Diphtherie

-         Polo / Kinderlähmung (jetzt nicht mehr Schluck- sondern richtige Spritze)

-         Grippeschutz (ist zwar auf Europa abgestimmt, aber in Vorbereitung zu empfehlen)

 

Impfungen mit privater Bezahlung:

-         Hepatitis A, 1. Impfung 4 Wochen vor Reiseantritt, 46 Euro (Kind 39 Euro), bei Nachimpfung (6 Monate später) besteht ein Schutz für 10 Jahre. (bei einigen Hepatitis-Spritzen muss 2 mal gespritzt werden, ist aber kostenaufwendiger und ich kenne keine Vorteilte) . Bei Kindern bezahlt teilweise die Krankenkasse (siehe auch Hepatitis B)

-         Hepatitis B, eigentlich nur notwendig bei ungeschütztem Sex im Ausland oder direkter Blutübertragung. Bei „jugendlichen Kindern“  wird die Impfung Hepatitis B grundsätzlich empfohlen, kombiniert mit Hepatitis A kann ein lebenslanger Langschutz erreicht werden. (Es ist nur ein minimaler Zuschuss zur Krankenkasse notwendig).

-         Typhus abdominalis, 3 Wochen vorher, 22 Euro, 3 Jahre Schutz (dringend empfohlen den Todimpfstoff zu wählen – mit Spritze; der Lebendimpfstoff in Kapseln ist zwar billiger, aber der Wirksamkeit ist geringer und die Nebenwirkungen können größer sein)

 

Übrigens, all diese Impfungen mit der Spritze werden muskulös gespritzt und mit sehr kleiner Kanüle, dass heißt ohne nennenswerten Schmerzeffekt. Mein Tochter, 9 Jahre mit Heidenangst vor Spritzen, war bei der letzten Typhus-Spritze so im Gespräch mit der Schwester vertieft, dass sie nicht gemerkt hat das gespritzt wurde.

 

Malaria-Prophylaxe 

 

Gegen Malaria gibt es keinen Schutz sondern nur vorbeugende Behandlung.

Die zur Zeit aktuellen Medikamente gegen die Malaria sind Lariam Mefloquin und Malarone. Malarone noch nicht lange auf dem Markt, soll weniger Nebenwirkungen haben als Lariam, aber da streiten sich die medizinischen Geister.

Laram wird wöchentlich 1 Tablette genommen, 2 Wochen vor Einreise und bis 4 Wochen nach Ausreise aus Malaria-Gebieten (8 Tabletten 50 Euro).

Malarone wird täglich eingenommen, 2 Tage vor und 7 Tage nach Reiseende (12 Tabletten 26 Euro / für Kinder 18 Euro).

Aber bitte bedenken, es verhindert nicht die Malaria-Krankheit, der beste Schutz ist Abends lange Kleidung, Mückenschutz.

 

Es gibt auch ein Notfall-Paket (Stand-by) ca. 50 Euro.

Erst bei Malaria-Erkrankung (Verdacht – hohes Fieber) wird sofort das Medikament genommen.

 

Beide Varianten – die Prophylaxe und das Notfall-Paket – ändern nichts an der Schwere einer möglichen Erkrankung.

Normaler Weise betritt man selten akute Malariagebiete in Indien . Der Ausbruch der Krankheit erfolgt erst 14 Tage bis mehrere Monate nach einer Ansteckung, dann ist man oft schon zu Hause und muss sich dringend in Behandlung begeben.

 

Erwähnenswert ist auch, dass Medikamente in Indien extrem billiger sind.

 

Sonstiger Impfschutz

 

Das Auswärtige Amt hat z.B. auf erhöhte Tollwutgefahr und unzureichender Vorrat an Tollwut-Medikamenten hingewiesen und bei bestimmten Reisen einen vorbeugenden Schutz empfohlen.

Hier muss bereits 2 Monate vor Reiseantritt gespritzt werden. Aber man sollte sich eine Notwendigkeit wirklich gründlich überdenken, Kostenfrage, zusätzliche körperliche Belastung und Möglichkeit einer Ansteckung sind zu bedenken.  Zwar werden aus Indien die höchste Zahl von Tollwutfällen gemeldet, in Delhi gibt es viele streunende Hunde (in einigen Stadtteilen), aber bei den Tollwutfällen handelt es sich vorrangig um Inder aus bestimmten Schichten und ländlichen Gebieten.

Wenn Ihr eine Rucksackreise durch Indien plant sind auf alle Fälle noch weitere Aspekte zu berücksichtigen, aber ansonsten reichen die oben genannten Vorbereitungen aus.

 

Zusätzlich kommen dazu noch die Verhaltensregeln in Indien selber:

-         maximaler Mückenschutz

-         keinen ungeschützen Sex mit fremdem Personen (sollte im Ausland sowieso unterlassen werden)

-         frisches Obst / Gemüse, welches sich nicht abschälen/-pellen lässt grundsätzlich mit abgekochtem Wasser gründlich säubern

-         Nie Leitungswasser trinken, Getränke mit Eis bestellen,

-         Nur abgekochtes Wasser, besser Wasser aus Flaschen (unaufgebrochener Verschluss)

-         Schutz vor Sonne

-         Vorsicht bei Wechsel von klimatisierten Räumen ins Freie und umgekehrt (Erkältungsgefahr)

 

Zusätzliche Hausapotheke:

 

Abgesehen von persönlicher Bedarfsmedizin, Mücken- und Sonnenschutz, Desinfektionsmitteln, Verbandszeug, Fieber- und Schmerzmitteln sollten eventuell auch Medikamente zur allgemeinen Behandlung von Durchfallerscheinungen mitgenommen werden.

Auf Grund von ungewohntem Essen, eventuell anderer Bakterienflora und anderen klimatischen Bedingungen kommt es mitunter zu Durchfallerscheinungen.

Beste Behandlung ist etwas stopfendes essen (viel Reis, Brot, Bananen) und gesalzenes trinken (z.B. Lemon Soda mit Salz – ist auch sonst gut bei Hitze).

Dafür gibt es natürlich auch Medikamente wie Loperamid, Tannin, Elektrolyt-Glucose-Präparate.

Die Erfahrung zeigt, wer bereits vorher ein Liebhaber der indischen Küche ist, der hat keine großen Probleme.

 

Bei anderen (leichten) Erkrankungen wie z.B. Husten, Schnupfen, Heiserkeit, hervorgerufen durch Klimaanlagen, bzw. Klimawechsel, geht man am besten zur Apotheke und lässt sich dort beraten. Ihr werdet erstaunt sein wie sachkundig der Apotheker Euch hochdosierte Antibiotika, teilweise aus Deutschland, zu lachhaft billigen Preisen „verschreibt“.