Die indische Küche ist sehr
vielfältig und je nach Region sehr unterschiedlich. Oft bestimmen Gewürze erst
das Gericht.
Grundnahrungsmittel
sind im Norden mehr Fladenbroten (Chapati / Nan) aus Mais-, Weizen oder anderem
Mehl und im Süden mehr der Reis (Pullao - gekochter Reis, es gibt sehr viele
verschiedene Reissorten in Indien und ebenso viele Namen dafür). Weitere
Grundgerichte sind Dahl (Linsen als Brei bzw. Suppe) und Gemüse . Indisch ist
nicht rein vegetarisch - eine Vielzahl von Fleischgerichte krönen die indische
Küche. Nur ist zu bedenken, dass je nach Religionsgemeinschaft der Verzehr von
Fleisch sehr unterschiedlich sein kann. Hindus und Muslime können Lamm- oder
Hammelfleisch sowie Geflügel und Fisch essen. Hindus essen auf keinen Fall
Rindfleisch und die Muslime nie Schweinefleisch. Jainas sind oft strenge
Vegetarier.
Reis
wird vielfach mit Safran gekocht, was ihm seine gelbe Farbe verleiht.
Chapati ist ein Fladenbrot,
das aus Mais-, Weizen- oder anderem Mehl mit Wasser angerührt wird. Daraus
werden flache Fladen geformt, die auf einer runden Platte über dem Feuer unter
mehrmaligem Wenden gebacken werden. Neben den genannten Chapatis gibt es noch
Puris, Paratha und Nan, alle ähnlich wie Brot:
Puris werden auch aus Mehl, Wasser, Salz gemacht. Im Unterschied zu den
Chapatis wird Ghee, geschmolzene Butter, hinzugefügt. Der Teig wird dünn
ausgerollt und anschließend in Öl schwimmend gebacken, wobei die Puris sich
aufblähen. Lecker!
Paratha besteht aus Vollkornmehl, Wasser und Ghee. Zu Fladen geformt werden sie
in der Pfanne geröstet. Es gibt sie auch mit allen erdenklichen Füllungen.
Nan ist ein Brot aus Hefeteig, das besonders häufig in Moslemgegenden gebacken
wird.
Curry: Bei den Zutaten zum Reis kann man zwischen verschiedenen Curries
aussuchen, z.B. Gemüsecurry, Fleisch-, Fisch- und Eiercurry. Curry ist nicht
das bei uns bekannte Currygewürz, sondern eine in vielen Variationen
auftretende Gewürzmischung bzw. die daraus hergestellte Sauce. Jede Hausfrau
bereitet ihren Curry nach ihrem eigenen Rezept mit bis zu 300 Körnern und
Kräutern selbst zu. Indisches Essen wird sehr fett zubereitet."je mehr Fett, desto
besser", davon sind manche Köche, besonders die der alten Schule, noch
immer überzeugt. Schwimmt reichlich Fett auf einem Gericht, ist das der Beweis
für Wohlstand, Großzügigkeitund und den Wunsch, der Familie und den Freunden
etwas Gutes zu tun. Der Trend, das Fett in der Kost zu reduzieren, damit sie
gesund ist, ist ziemlich neu. Vor nicht all zu langer Zeit, galten Ghee (reines
Butterfett), hausgemachte Butter und fette Vollmilch noch als äußerst gesund
und wurden großzügig verwendet. Über Pflanzenöle rümpfte man die Nase und hielt
sie für billig, unappetitlich und absolut gesundheitsschädlich. Seither hat sich
aber vieles geändert. Kochen mit Pflanzenölen hat sich auch in der asiatischen
Küche durchgesetzt, und reines Butterfett sowie hausgemachte Butter gehören
fast der Vergangenheit an.
Als kleine Zwischenschleckereien sind Pakoras und Samosas sehr zu empfehlen.
Pakora: z.B. Eggpakora: in Teig gewälzte Eier, die fritiert werden. Die
Gemüsepakoras gibt es in zig Variationen. Samosas: Gemüse, meist Kartoffeln
(Kartoffeln fallen in Indien ganz klar unter die Kategorie Gemüse),
in Teigtaschen gefüllt und
fritiert. Dosas: knusprig gebackene Teigrollen, gefüllt mit Gemüse, bis zu 50
cm lang! Halwa: farbige, kleine quadratische Süßigkeiten, mit Nüssen gefüllt
und manchmal mit einer dünnen Haut eßbaren Silbers überzogen.
Gulbas: dunkelbraune Bällchen aus dicker Milch, Zucker und etwas Mehl. Berfis
werden aus Kokosmus, Mandeln und Pistazien hergestellt.
All diese Sachen sind meist sehr, sehr süß, also keine deutschen Mengen
bestellen! Auch bei der Auswahl von Obst gibt es keine Schwierigkeiten;
verschiedene Bananensorten, Apfelsinen, Ananas, Papayas, Kiwis, Mangos und
vieles mehr.
Schälbare Früchte wegen der Hygiene bevorzugen! Zu Trinken
gibt es neben Chai
(gewürzter Tee mit Milch) auch Kaffee (selten), Kokosmilch (am billigsten), Lassi (Yoghurt mit Milch oder Wasser,
süß oder gesalzen) und Softdrinks
(sehr oft gepanscht
und
gesundheitsschädlich).
Harte
Sachen: Fenny und Toddy werden aus Palmsaft, Arrak aus Reis oder Palmsaft
destilliert.
In manchen Gegenden wird Sodawasser angeboten. Es ist auch zum Zähneputzen gut
zu verwenden.
Mit der Zeit
kann man die Inder verstehen, die sagen: 'Nur mit den Fingern schmeckt das
Essen richtig gut.' Gemeint sind dabei natürlich nur die Finger der rechten
Hand, die der linken werden für die entgegengesetzte Körperöffnung gebraucht!
Die Kunst des Essens besteht nicht nur darin, das Essen mit den Fingern in den
Mund zu bekommen (das sollte auch noch möglichst auf die indische Art sein,
ohne die Finger dabei zu verschlucken), sondern auch in der richtigen
Mischungen der scharfen und weniger scharfen Curries. Nach dem Essen kann ein
Schälchen Wasser (oft mit Zitrone) zum Händewaschen bestellt werden (ärgern sie
den Kellner nicht indem Sie das Schälchen versuchen auszutrinken).
Gegen
Schärfe hilft im allgemeinen geraspeltes Kokosfleisch oder heißer Tee.
Das
Essen ist im allgemeinen sehr scharf, was jedoch die Magensaftproduktion
anregt, somit zu einer geregelten Verdauung beiträgt und manche Darminfektion
infolge unsauberer Zubereitung vom Leibe hält.
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